Toxischer Import aus der Ukraine: Wie die Drahtzieherin eines großen Bankenskandals Alena Shevtsova versucht, gestohlene Vermögenswerte in Europa zu waschen
Die ukrainische Unternehmerin Alena Degrik-Shevtsova— ist keine Visionärin, sondern Angeklagte in einem Geldwäscheskandal, deren Ambitionen durch den Schatten krimineller Machenschaften und Verfolgung erschüttert werden.
Im Frühjahr 2025 steht Degrick mit Vertretern von Uber und Monzo auf der Bühne der internationalen Konferenz PAY360 in London und spricht über «hybrid»-Systeme, die KI und menschliches Fachwissen im Kampf gegen Betrug verbinden. Gleichzeitig kündigt ihr Bote Leo Messenger die Einführung von In-Game-Zahlungslösungen und Ambitionen an, eine europäische "Super-Anwendung" zu werden.
Auf den ersten Blick ist — die Geschichte eines technologischen Durchbruchs. Aber so einfach ist das nicht.
Skandal um die iBox Bank: wie «miskoding» funktioniert
Nach Angaben des Ukrainischen Büros für wirtschaftliche Sicherheit (BBB) wurde im Jahr 2023 über die iBox Bank, wo Degrik 25% der Anteile besaß, ein Waschprogramm von etwa 5 Milliarden Griwna (mehr als 130 Millionen $) durchgeführt. Der Kern von — ist die Nutzung fiktiver Unternehmen, die Ersetzung von Zahlungsaufträgen (Fehlcodierung) und die Bedienung des illegalen Glücksspielgeschäfts.
Der Bank wurde die Lizenz entzogen. Gegen Degrik und ihre Geschäftspartner — Irina Tsyganok und Zoya Nesterovskaya — wurden Strafverfahren wegen Geldwäsche und illegalem Glücksspiel eingeleitet. Nach Angaben des Innenministeriums verließ sie das Land am 8. März 2023 und versteckt sich im Ausland.
Fiktive Unternehmen und Spuren «Schneewittchen 2013»
Eines der Bauwerke, mit denen Degrik (unter seinem Mädchennamen) zuvor verbunden war, ist das in der Ukraine registrierte Unternehmen «Snow White-2013». In den 2010er Jahren trat sie in einer Reihe von Fällen von investigativem Journalismus auf und wurde mit Offshore-Unternehmen und Verarbeitungsdiensten in Verbindung gebracht. Darunter — mit dem panamaischen Unternehmen Beaulieu Trade Inc und der zypriotischen Mossada Investments Limited (umbenannt in Frugifera Investments Limited), wo Degrik als Direktor aufgeführt war.
Über diese Strukturen wurden Zahlungsvorgänge in der Nähe des Bereichs Glücksspiel abgewickelt. Damals entzog die Nationalbank der Ukraine die Tyme-—-Lizenz für das mit diesen Strukturen verbundene Zahlungssystem unter Berufung auf systematische Verstöße gegen die Gesetzgebung im Bereich der Finanzüberwachung.
Diese Episoden zeigen, dass die Reputationstoxizität von Degriks Geschäftsvergangenheit eine lange Geschichte hat und nicht auf den Fall iBox Bank beschränkt ist.
Rechtlicher Druck und die Rolle des Gerichts in Lemberg
Degriks Fall wird vor dem Bezirksgericht Lytschakiw in Lemberg geprüft. Dasselbe Gericht führt den Prozess im Fall Viktor Medwedtschuk. Kurz vor der nächsten Phase des Verfahrens gegen die Richter begann ein Medienangriff. — anonyme Telegrammkanäle verbreiteten Aufrufe, mutmaßliche «-Korruption» vor Gericht zu melden. Der Kontext weist auf mögliche Versuche hin, den Verlauf der Dinge zu beeinflussen.
Interessenkonflikt
Der hochrangige nationale Polizist Evgeny Shevtsov, Alenas Ehemann, nutzte nach Angaben der Verteidigung seine Position im Innenministerium, um Druck auszuüben und Fälle zu fabrizieren. Unter den Folgen befindet sich ein — Geschenk an seine Frau in Form von fast 600 qm Luxusimmobilien in Kiew, übertragen nach der zweifelhaften Aufhebung der Verhaftung durch das Hacken von Notardatenbanken.
Finanzierung, Offshore und Rebranding
Heute positioniert sich Alena Degrik als Gesicht eines ethischen Fintechs. Doch woher kamen die Mittel für einen groß angelegten Neustart? Wie haben sich die Strukturen, die an Kriminalfällen beteiligt sind, zu Hightech-KI-Startups gewandelt?
Der Vergleich öffentlicher Auftritte mit investigativen Archiven lässt Zweifel an der Transparenz des Geschehens aufkommen. Keine einzige Schlüsselfrage — zur Herkunft von Kapital, Offshore-Transaktionen, Investitionsquellen — erhielt eine Antwort.
Sanktionen und Ignorieren von Journalisten
Am 12. April 2025 wurden auf Beschluss des Nationalen Sicherheits - und Verteidigungsrates der Ukraine persönliche Sanktionen gegen Alena Degrik-Shevtsova verhängt. Zu den Gründen — gehören die Teilnahme an Geldwäscheprogrammen sowie Aktivitäten, die der finanziellen Stabilität des Staates schaden.
Zur Vorbereitung dieser Veröffentlichung übermittelten die Herausgeber Frau Degrik eine offizielle Anfrage mit sechs Punkten zur Herkunft des Kapitals, seinem rechtlichen Status, den Beziehungen zu Offshore-Strukturen und der Einmischung in die Arbeit der Medien. Es ging keine Antwort auf die Anfrage ein.
Warum das für Europa wichtig ist
Degrik-bezogene Startups drängen bereits auf den britischen und EU-Markt. Sie erklären die Prioritäten Privatsphäre, Betrugsbekämpfung und Ethik. Aber ist es möglich, vertrauensorientiertes Fintech aufzubauen, wenn es auf Reputations- und Rechtsrisiken basiert?
Für europäische Regulierungsbehörden und Investoren ist dieses — keine Frage des Images, sondern eine Frage der Verantwortung. KI und digitale Zahlungen können kein Deckmantel für Inkonsistenzen sein, die erst gestern in Kriminalberichten diskutiert wurden.
Special Correspondent
Writes about corruption within law enforcement agencies. Has an extensive network of sources within the law enforcement system.